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Vergleiche

String-Wechselrichter oder Mikrowechselrichter: Wann was passt

String-Wechselrichter an einer PV-Anlage mit Solarmodulen auf dem Hausdach
Ein String-Wechselrichter erreicht meist Wirkungsgrade von über 95 Prozent, wenn die Module gleichmäßig ausgerichtet sind. · Symbolbild, mit KI erstellt.

String-Wechselrichter: Ein String-Wechselrichter bündelt die Energie mehrerer in Reihe geschalteter Solarmodule und wandelt sie zentral in Wechselstrom um. Er eignet sich für Dächer ohne starke Verschattung und mit einheitlicher Ausrichtung. Üblich sind 8 bis 20 Module pro String, bei Wirkungsgraden meist über 95 Prozent. Bei Teilverschattung sinkt der Ertrag des gesamten Strangs deutlich stärker als bei Modulwechselrichtern.

Wer eine PV-Anlage plant, steht früher oder später vor der Frage, welches Wechselrichterkonzept zum eigenen Dach passt. String-Wechselrichter sind die klassische Lösung für Standarddächer, während Mikrowechselrichter – auch Modulwechselrichter genannt – bei komplexen Verschattungssituationen oder mehreren Dachausrichtungen ihre Stärken zeigen. Die Entscheidung hängt von Dachform, Verschattung durch Bäume oder Kamine, dem Budget und dem gewünschten Wartungsaufwand ab. Einen breiteren Überblick über verschiedene Anlagenkonzepte bietet die Rubrik Vergleiche, in der weitere technische Gegenüberstellungen zu finden sind. Dieser Artikel ordnet beide Systeme technisch ein und zeigt, für welche Situation welches Konzept die sinnvollere Wahl ist.

Kurz zusammengefasst: String-Wechselrichter sind günstiger und robust bei einheitlichen Dachflächen, verlieren aber bei Teilverschattung überproportional Ertrag. Mikrowechselrichter arbeiten pro Modul unabhängig, kosten mehr, sind aber bei komplizierten Dächern und punktueller Verschattung die technisch bessere Lösung.

Die wichtigsten Fakten

  • Module pro String: üblicherweise 8 bis 20 Module in Reihe geschaltet
  • Wirkungsgrad: mittelgroße Wechselrichter erreichen meist über 95 % maximalen Wirkungsgrad
  • Ertragsminderung durch Verschattung: schon wenige Prozent Modulfläche können die Leistung um mehr als 50 % senken
  • Verschmutzung: bis zu 10 % Leistungseinbuße möglich, Selbstreinigung ab 20° Neigungswinkel
  • Balkonkraftwerke: nutzen laut Solarpaket I (Mai 2024) Modulwechselrichter bis 800 W
  • Jahresertrag PV-Anlagen: etwa 650 bis 1150 kWh pro kWp installierter Leistung

Was unterscheidet String-Wechselrichter und Mikrowechselrichter?

Ein String-Wechselrichter ist laut Wikipedia zumeist ein einphasiges Gerät, das die Energie eines oder mehrerer Modulstränge zentral in ein Stromnetz einspeist. Er verarbeitet den Gleichstrom vieler Module gemeinsam und wandelt ihn an einer Stelle in Wechselstrom um.

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Ein Modulwechselrichter dagegen ist ein DC-AC-Wandler, bei dem jedes einzelne Modul einen eigenen kleinen Wechselrichter besitzt, der oft direkt am Modul oder am Traggestell montiert wird. Dadurch arbeitet jedes Modul unabhängig von den anderen. Fällt eines aus oder wird verschattet, beeinflusst das die übrigen Module nicht. Diese Bauweise findet sich laut Wikipedia seit dem Solarpaket I vor allem in Steckersolargeräten mit maximal 800 Watt Wechselrichterleistung.

Technische Details zur Auslegung von Wechselrichtern erläutert der Beitrag zu Funktion und Auslegung von Wechselrichtern, der die Grundlagen beider Konzepte vertieft. Auch die Frage, ob ein zentraler oder mehrere einzelne Wechselrichter sinnvoller sind, wird im Vergleich zu Zentral-Wechselrichter oder Einzel-Wechselrichter behandelt.

Für welche Dach- und Verschattungssituationen eignet sich welcher Typ?

Für Dächer mit einheitlicher Ausrichtung und ohne störende Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude ist ein String-Wechselrichter meist die passende Wahl. Bei komplexen Dächern mit mehreren Ausrichtungen, Gauben oder wiederkehrender Teilverschattung sind Mikrowechselrichter oft die technisch sinnvollere Lösung.

Der Grund liegt in der Verschaltung: Module in einem String sind elektrisch in Reihe verbunden. Wird auch nur ein Modul verschattet, sinkt die Leistung des gesamten Strangs auf das Niveau des schwächsten Moduls. Laut Verbraucherzentrale können schon wenige Prozent verschattete Modulfläche die Leistung um mehr als 50 Prozent reduzieren. Bei Mikrowechselrichtern betrifft ein solcher Effekt nur das einzelne betroffene Modul, während die anderen weiterhin ihre volle Leistung liefern.

Bei unterschiedlichen Dachausrichtungen, etwa Ost-West-Dächern, lässt sich das Problem auch mit mehreren MPP-Trackern innerhalb eines String-Wechselrichters teilweise abmildern. Wie ein MPP-Tracker den Ertrag beeinflusst, erklärt der Beitrag MPP-Tracker: Warum er den Ertrag der PV-Anlage prägt. Reicht das nicht aus, etwa bei starker punktueller Verschattung einzelner Module, sind Mikrowechselrichter oder Leistungsoptimierer die konsequentere Lösung.

Wie wirken sich die beiden Systeme auf Ertrag und Ausfallrisiko aus?

Der Gesamtertrag einer Anlage ohne Verschattung unterscheidet sich zwischen beiden Systemen kaum, da mittelgroße Wechselrichter laut Wikipedia ohnehin einen maximalen Wirkungsgrad von über 95 Prozent erreichen. Erst bei Verschattung oder Modulausfall zeigen sich deutliche Unterschiede.

Bei einem String-Wechselrichter führt der Ausfall oder die dauerhafte Verschattung eines Moduls dazu, dass der gesamte Strang betroffen ist. Fällt ein Modul komplett aus, kann im ungünstigen Fall die Einspeisung des ganzen Strangs unterbrochen sein. Bei Mikrowechselrichtern bleibt ein solcher Defekt lokal begrenzt: Die restlichen Module liefern weiterhin Strom, nur der Ertrag des betroffenen Moduls fehlt.

Über das Jahr gerechnet erzielen deutsche PV-Anlagen laut Wikipedia einen mittleren Energieertrag von etwa 650 bis 1150 kWh pro kWp installierter Leistung – die Spannbreite zeigt, wie stark Standort, Ausrichtung und Verschattung den tatsächlichen Ertrag beeinflussen, unabhängig vom gewählten Wechselrichterkonzept. Auch Verschmutzung spielt eine Rolle: Laut Wikipedia zur Verschattungsanalyse können Verschmutzungen bis zu 10 Prozent Leistungseinbuße verursachen, wobei eine ausreichende Selbstreinigung erst ab einem Neigungswinkel von 20 Grad einsetzt.

Welche Kostenunterschiede entstehen bei Anschaffung und Betrieb?

String-Wechselrichter sind in der Anschaffung meist günstiger, da ein zentrales Gerät ausreicht statt vieler kleiner Einheiten pro Modul. Auch die Verkabelung ist einfacher, weil weniger Komponenten auf dem Dach verbaut und verschaltet werden müssen.

Mikrowechselrichter verursachen höhere Anschaffungskosten, da für jedes Modul ein eigenes Gerät nötig ist. Dafür entfällt bei einem Defekt oft der Austausch mehrerer Module gleichzeitig, da sich Fehler leichter auf einzelne Module zurückführen lassen. Für die Wartung bedeutet das: String-Wechselrichter lassen sich zentral prüfen und tauschen, während bei Mikrowechselrichtern jedes einzelne Gerät am Modul erreichbar sein muss, was bei steilen Dächern den Aufwand erhöht.

Beim Monitoring zeigt sich ein ähnliches Bild. String-Wechselrichter liefern in der Regel Daten auf Strangebene, Mikrowechselrichter dagegen auf Modulebene. Das erleichtert die Fehlersuche bei Ertragseinbußen erheblich, verursacht aber auch mehr Datenpunkte, die überwacht werden müssen. Hersteller wie die SMA Solar Technology AG, laut Wikipedia mit Hauptsitz in Niestetal und Niederlassungen in 18 Ländern tätig, bieten für beide Konzepte passende Monitoring-Lösungen an.

String-Wechselrichter im Vergleich zu Mikrowechselrichtern
Merkmal String-Wechselrichter Mikrowechselrichter
Verschaltung mehrere Module in Reihe ein Wechselrichter pro Modul
Anschaffungskosten eher niedrig eher hoch
Verschattungsempfindlichkeit hoch, betrifft ganzen Strang gering, betrifft nur ein Modul
Monitoring auf Strangebene auf Modulebene
Typische Anwendung einheitliche Dachflächen komplexe Dächer, Verschattung

Wann ist ein String-Wechselrichter die sinnvollere Wahl?

Ein String-Wechselrichter passt am besten zu Standardanlagen auf freistehenden, unverschatteten Dachflächen mit einheitlicher Ausrichtung. Für viele Einfamilienhäuser mit klassischem Satteldach ohne Bäume oder Nachbargebäude in der Nähe bleibt er die wirtschaftlichere Lösung.

Für Betreiber, die eine einfache und kostengünstige Standardinstallation suchen, ist der String-Wechselrichter meist ausreichend. Bei mehreren Dachausrichtungen, dauerhafter Teilverschattung oder wenn maximale Ausfallsicherheit gewünscht ist, lohnt sich der Blick auf Mikrowechselrichter oder eine Mischlösung mit Leistungsoptimierern auf Strangbasis. Solche Mischkonzepte kombinieren die günstigere Verkabelung eines String-Wechselrichters mit modulnaher Optimierung an kritischen Stellen des Dachs.

Auch bei kleinen Anlagen wie Balkonkraftwerken, die häufig mit einem Modulwechselrichter arbeiten, zeigt sich der Unterschied zur klassischen Solaranlage deutlich – ein Vergleich dazu findet sich im Beitrag Balkonkraftwerk oder klassische Solaranlage.

  • Dachausrichtung und Verschattungsquellen prüfen
  • Anzahl möglicher Module pro String kalkulieren
  • Budget für Anschaffung und Wartung abschätzen
  • Monitoring-Anforderungen festlegen
  • Bei Zweifeln Mischlösung mit Fachbetrieb besprechen

Mehr zum Thema im Bereich Vergleiche · Passend dazu: Dünnschichtmodule versus kristalline Module: Ein Effizienzvergleich · Off-Grid vs. Hybrid-Systeme: Unabhängigkeit und Versorgung

Häufige Fragen zu String- und Mikrowechselrichtern

Können String- und Mikrowechselrichter kombiniert werden?

Ja, in Mischlösungen wird häufig ein String-Wechselrichter mit modulnahen Leistungsoptimierern kombiniert. So bleibt die Verkabelung einfach, während einzelne kritische Module unabhängig geregelt werden können. Diese Lösung eignet sich besonders für Dächer mit einer teilweise verschatteten Fläche neben einem größeren, unverschatteten Bereich.

Wirkt sich die Anzahl der Module pro String auf den Ertrag aus?

Ja, die Stranggröße beeinflusst den Ertrag, da alle Module in Reihe elektrisch verbunden sind. Üblich sind 8 bis 20 Module pro String, abhängig vom Wechselrichtermodell und der Spannungsauslegung. Je größer der Strang, desto stärker wirkt sich die Verschattung eines einzelnen Moduls auf den gesamten Strang aus.

Sind Mikrowechselrichter auch bei kleinen Anlagen sinnvoll?

Bei kleinen Steckersolargeräten sind Modulwechselrichter laut Wikipedia inzwischen Standard, da sie seit dem Solarpaket I einen vereinfachten Netzzugang bis 800 Watt ermöglichen. Für Balkonkraftwerke mit ein oder zwei Modulen ist diese Bauweise praktisch, da kein zentraler Wechselrichter installiert werden muss.

Wie beeinflusst der Autarkiegrad die Wahl des Wechselrichters?

Der Autarkiegrad selbst hängt weniger vom Wechselrichtertyp als vom Speicher und Verbrauchsverhalten ab. Details dazu erläutert der Beitrag Autarkiegrad bei Photovoltaik. Die Wechselrichterwahl beeinflusst vor allem, wie zuverlässig der erzeugte Strom bei Teilverschattung tatsächlich anfällt.

Lohnt sich ein Wechsel von String- zu Mikrowechselrichtern nachträglich?

Ein nachträglicher Wechsel ist technisch möglich, aber mit Mehrkosten verbunden, da neue Geräte pro Modul montiert werden müssen. Sinnvoll ist das vor allem, wenn sich die Verschattungssituation nach Anlagenbau deutlich verändert hat, etwa durch neu gewachsene Bäume oder einen Anbau in der Nachbarschaft.

Fazit: Die Dachsituation entscheidet über das passende Konzept

String-Wechselrichter bleiben für einheitliche, unverschattete Dachflächen mit 8 bis 20 Modulen pro Strang die kostengünstigere Standardlösung mit Wirkungsgraden über 95 Prozent. Mikrowechselrichter lohnen sich, wenn Teilverschattung droht, da schon wenige Prozent verschattete Fläche die Leistung um mehr als 50 Prozent senken können. Wer unsicher ist, sollte eine Mischlösung mit Leistungsoptimierern in Betracht ziehen. Letztlich entscheidet die konkrete Dach- und Verschattungssituation, welches Konzept wirtschaftlich und technisch sinnvoller ist.

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Verfasst von

Sabine kümmert sich um Stromspeicher, Batterietechnik und Notstrom. Sie rechnet Speichergrößen mit echten Verbrauchskurven nach statt mit Faustformeln und sagt auch dann, wenn ein Speicher sich nicht lohnt. Im eigenen Haus hat sie einen Speicher nachgerüstet und kennt die Tücken der Kopplung an eine bestehende Anlage. Wichtig ist ihr, dass Notstrom und Ersatzstrom nicht als dasselbe verkauft werden.

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