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PV-Anlagen

Bifaziales Solarmodul: wann sich der Rückseitengewinn lohnt

Bifaziales Solarmodul auf einem Flachdach mit hellem Untergrund, das Licht von Vorder- und Rückseite nutzt
Der Mehrertrag bifazialer Solarmodule hängt stark von Montagehöhe und Untergrundreflexion ab. · Symbolbild, mit KI erstellt.

Bifaziales Solarmodul: Ein bifaziales Solarmodul erzeugt Strom über Vorder- und Rückseite gleichzeitig, weil auch die Rückseite lichtempfindliche Zellen besitzt. Der Bifazialfaktor liegt typischerweise zwischen 60 % und 90 %. Je nach Montagehöhe und reflektierendem Untergrund lässt sich der Jahresenergieertrag um bis zu 30 % gegenüber monofazialen Modulen steigern. Besonders auf Flachdächern mit Aufständerung zeigt sich der Effekt deutlich.

Ein bifaziales Solarmodul unterscheidet sich von einem klassischen Solarmodul dadurch, dass es Sonnenlicht nicht nur über die Vorderseite, sondern auch über die Rückseite in Strom umwandelt. Dadurch kann zusätzliches, von Boden, Wand oder Dachfläche reflektiertes Licht genutzt werden, was den Energieertrag pro Modulfläche erhöht. Wer sich einen Überblick über verschiedene Modultypen und deren Einsatzbereiche verschaffen möchte, findet in der Rubrik PV-Anlagen weitere Einordnungen zu Aufbau, Montage und Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen. Entscheidend für den tatsächlichen Mehrertrag sind vor allem Montagehöhe, Untergrundfarbe und die Art der Aufständerung – Faktoren, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen, damit sich die höheren Anschaffungskosten auch auszahlen.

Kurz zusammengefasst: Bifaziale Module nutzen zusätzlich einfallendes Licht auf der Rückseite und erreichen dadurch höhere Erträge als Standardmodule. Der Effekt hängt stark von Montageart, Abstand zum Untergrund und dessen Reflexionsvermögen ab. Auf opaken, direkt aufliegenden Montagen wie Ziegeldächern bringt die Technik kaum Vorteile.

Was zeichnet ein bifaziales Solarmodul aus?

  • Bifazialfaktor: typischerweise 60–90 % Rückseiten- im Verhältnis zum Vorderseitenwirkungsgrad
  • Wirkungsgrad: über 24 % durch zusätzlichen Rückseitenertrag möglich
  • Mehrertrag: bis zu 30 % höherer Jahresenergieertrag gegenüber monofazialen Modulen
  • Geeignete Montage: Flachdach-Aufständerung, Balkon- und Terrassengeländer, Fassaden-Glaskonstruktionen
  • Ungeeignete Montage: direkte Auflage auf opakem Untergrund, z. B. Ziegeldach

Wie funktionieren bifaziale Module überhaupt?

Ein bifaziales Solarmodul besitzt lichtempfindliche Zellen auf beiden Seiten und lässt sich, wie in der Recherche von aramis.admin.ch beschrieben, als Standardmodul mit einer zusätzlichen „Lichtquelle“ auf der Rückseite verstehen. Während die Vorderseite direktes Sonnenlicht aufnimmt, erfasst die Rückseite Licht, das vom Untergrund oder von der Umgebung reflektiert wird.

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Der grundlegende Modulaufbau bleibt dabei, wie im Wikipedia-Artikel zum Solarmodul beschrieben, ähnlich: Solarzellen sind in Reihe oder parallel geschaltet und zwischen schützenden Schichten eingebettet. Bei bifazialen Modulen kommt statt einer opaken Rückseitenfolie meist eine zweite Glasscheibe oder eine transparente Rückseite zum Einsatz, damit auch von hinten Licht auf die Zellen treffen kann. Das Verhältnis der Wirkungsgrade beider Seiten wird als Bifazialfaktor bezeichnet und liegt üblicherweise zwischen 60 und 90 Prozent. Wie hoch der tatsächliche Rückseitenertrag ausfällt, hängt von der Zellstruktur ab – einige Hersteller setzen auf sogenannte PERC- oder Heterojunction-Zellen, die für beidseitige Lichtabsorption optimiert sind.

Welche Vorteile bringen bifaziale Module im Alltag?

Bifaziale Module liefern unter passenden Bedingungen mehr Strom pro Fläche als monofaziale Module, weil sie zusätzliches Streulicht nutzen. Dieser Effekt macht sich besonders bei Anlagen bemerkbar, die auf reflektierenden oder hellen Untergründen montiert sind.

Der praktische Vorteil zeigt sich vor allem dort, wo Module freistehend montiert werden, etwa auf Aufständerungen bei Flachdächern, an Carports oder Fassaden. Ein weiterer Pluspunkt: Bifaziale Module altern häufig gleichmäßiger, da beide Seiten Licht aufnehmen und punktuelle Verschattung weniger stark ins Gewicht fällt. Wer mehr zu konkreten Vor- und Nachteilen erfahren möchte, findet dazu Details im Beitrag PV-Module bifazial: Vorteile, Nachteile & für wen es sich lohnt. Zu beachten ist allerdings, dass die Vorteile nicht automatisch gelten – ohne reflektierenden Untergrund bleibt der Zusatzertrag gering.

Wie viel Mehrertrag ist realistisch?

Der realistische Mehrertrag bifazialer Module liegt laut Recherche bei bis zu 30 % gegenüber monofazialen Modulen, abhängig von Montagehöhe und Albedo des Untergrunds. Bei geringem Abstand zum Boden und dunklem Material fällt der Zusatzertrag deutlich niedriger aus, oft nur bei wenigen Prozent.

Je größer der Abstand zwischen Modul-Rückseite und reflektierendem Hintergrund, desto stärker steigt der Ertragsgewinn – im Idealfall bis zum genannten Maximalwert. Helle Kiesflächen, weiße Folien oder Schnee erhöhen die Albedo und damit den Rückseitenertrag zusätzlich. Auf Satteldächern oder Walmdächern mit geringem Abstand zur Dachhaut fällt der Effekt geringer aus als bei freistehenden Aufständerungen – konkrete Einschätzungen dazu liefern die Beiträge Bifaziale Module auf dem Satteldach und Bifaziale Module auf dem Walmdach. Wichtig ist außerdem eine geeignete Unterkonstruktion, die genügend Abstand zum Untergrund schafft; Grundlagen dazu bietet der Beitrag Unterkonstruktion für PV-Module.

Für wen lohnen sich bifaziale Module besonders?

Bifaziale Module lohnen sich besonders bei freistehender Montage auf hellen, reflektierenden Untergründen, etwa bei Flachdach-Aufständerungen, Terrassenüberdachungen oder Fassadenkonstruktionen. Auch Carports und Balkongeländer profitieren von der Rückseitennutzung, da hier ausreichend Licht auf die Modulrückseite trifft.

Die Mehrinvestition gegenüber Standardmodulen amortisiert sich am ehesten, wenn der Bifazialfaktor und die Montagebedingungen zusammenpassen. Ein Preisvergleich zwischen monokristallinen und bifazialen Modulen zeigt, ob sich der Aufpreis im jeweiligen Fall lohnt – dazu mehr im Beitrag Solarmodule Preise: Monokristallin vs. Bifazial. Nicht jede Dachform ist gleich gut geeignet: Auf Ziegeldächern mit direkter Auflage bringt die Technik kaum Zusatznutzen, weil kein Licht auf die Rückseite fällt. Zusätzlich beeinflusst der Wechselrichter samt MPP-Tracking, wie gut der Ertrag beider Modulseiten tatsächlich genutzt wird – Hintergründe dazu liefert der Beitrag MPP-Tracker: Warum er den Ertrag der PV-Anlage prägt.

Wann sind bifaziale Module im Nachteil?

Bifaziale Module sind im Nachteil, wenn sie direkt auf opakem Untergrund montiert werden, etwa auf klassischen Ziegeldächern ohne Abstand zur Dachhaut. In diesem Fall bleibt die Rückseite ungenutzt, während die Mehrkosten gegenüber Standardmodulen bestehen bleiben.

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Auch bei stark verschatteten Flächen oder dunklem Bodenbelag fällt der Zusatzertrag gering aus. Zudem sind bifaziale Module oft etwas schwerer und teurer in der Anschaffung, was die Wirtschaftlichkeit bei ungünstigen Montagebedingungen schmälert. Wer die Investition plant, sollte deshalb vorab prüfen, ob Montagehöhe, Untergrund und Dachform überhaupt einen relevanten Rückseitengewinn ermöglichen.

Bifaziale vs. monofaziale Module im Vergleich
Merkmal Bifaziales Modul Monofaziales Modul
Lichtnutzung Vorder- und Rückseite nur Vorderseite
Bifazialfaktor 60–90 % nicht relevant
Möglicher Mehrertrag bis zu 30 % Referenzwert
Geeignete Montage freistehend, reflektierender Untergrund flexibel, auch direkt auf Dachhaut
Anschaffungskosten tendenziell höher meist günstiger

Quellen

Verwendete Quellen
Quelle Adresse
Wikipedia: Solarmodul de.wikipedia.org

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Häufige Fragen zu bifazialen Solarmodulen

Brauchen bifaziale Module eine spezielle Unterkonstruktion?

Ja, damit die Rückseite Licht aufnehmen kann, benötigen bifaziale Module ausreichend Abstand zum Untergrund. Eine offene Aufständerung ist dafür meist notwendig, während eine flächige Auflage den Rückseitenertrag verhindert.

Funktionieren bifaziale Module auch bei bewölktem Himmel?

Ja, sie nutzen ebenso wie monofaziale Module diffuses Licht, allerdings sinkt der Rückseitenertrag bei fehlendem direktem Reflexionslicht deutlich. Der Zusatznutzen fällt bei diffusem Licht insgesamt geringer aus als bei klarer Sonneneinstrahlung mit hellem Untergrund.

Sind bifaziale Module für Balkonkraftwerke geeignet?

Ja, an Balkon- und Terrassengeländern können bifaziale Module sinnvoll sein, da hier oft Licht von unten oder von der Seite reflektiert wird. Voraussetzung ist ein gewisser Abstand zur Wand und ein nicht zu dunkler Hintergrund.

Verschlechtert Schmutz auf der Rückseite den Ertrag stark?

Ja, verschmutzte Rückseiten reduzieren den Zusatzertrag, da weniger Licht die Zellen erreicht. Regelmäßige Reinigung ist bei stark exponierten, freistehenden Anlagen daher sinnvoll, um den Bifazialeffekt möglichst konstant zu halten.

Fazit: Bifaziale Module lohnen sich bei passender Montage

Ein bifaziales Solarmodul kann laut Recherche bis zu 30 % mehr Jahresertrag liefern als ein monofaziales Modul, sofern Montagehöhe und Untergrund passen. Der Bifazialfaktor liegt typischerweise zwischen 60 und 90 %, was den Rückseitenertrag begrenzt. Auf Ziegeldächern mit direkter Auflage bringt die Technik kaum Vorteile, während freistehende Aufständerungen auf reflektierendem Untergrund den Effekt am besten ausschöpfen.

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Verfasst von

Sabine kümmert sich um Stromspeicher, Batterietechnik und Notstrom. Sie rechnet Speichergrößen mit echten Verbrauchskurven nach statt mit Faustformeln und sagt auch dann, wenn ein Speicher sich nicht lohnt. Im eigenen Haus hat sie einen Speicher nachgerüstet und kennt die Tücken der Kopplung an eine bestehende Anlage. Wichtig ist ihr, dass Notstrom und Ersatzstrom nicht als dasselbe verkauft werden.

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